Befreiung

  für den Biss!

Häufig gestellte Fragen zum FreeBite

Wozu den FreeBite?

Prinzipiell geht es um drei Anliegen: Herauszufinden, ob der Biss etwas mit Beschwerden (Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Kiefergelenkprobleme, Tinnitus usw.) zu tun hat, und zwar ohne an den Zähnen etwas zu verändern und hohe Kosten auszulösen. Wenn ja, sollen spezifische Faktoren im Biss identifiziert werden, welche die Probleme verursachen, damit sie gezielt behoben werden können. Und, last not least, soll der FreeBite auch eine möglichst schnelle Linderung von Schmerzen und anderen akuten Symptomen bewirken.


Was ist am FreeBite anders als an anderen Bisskissen?

FreeBites sind für die CMD-Therapie in zwei Phasen ausgelegt:

  • Bewegungstherapie zur Muskeldurchblutung 
  • Stabilisierung

Chronisch verspannte Muskeln sind schlecht durchblutet, haben meist ein Sauerstoffdefizit und produzieren dadurch Säuren, welche die Gewebe verschlacken und druckempfindlich machen. Durch die Bewegungstherapie wird dieser ungünstige Zustand aufgelöst, sodass Kaumuskeln wieder gut durchblutet und mit Sauerstoff versorgt werden, während die Gewebeschlacken durch die Lymphbahnen abgeleitet werden.

Jedoch sind chronisch verspannte Muskeln auch bewegungsfaul. Man kennt dies, wenn man z. B. nach einer längeren Pause wieder einen Dauerlauf machen möchte. Anfangs scheint das über die Maße anstrengend, bis sich die Muskulatur wieder daran gewöhnt hat, überhaupt physiologisch zu arbeiten. Auch die erste Erfahrung mit einem FreeBite kann als anstrengend empfunden werden. Deshalb empfehlen wir, die Muskulatur in kleinen Schritten einzugewöhnen, indem man das Bisskissen zunächst nur für wenige Minuten trägt und die Tragezeiten ausdehnt, je besser die Kaumuskeln dieses Training vertragen, welches im einfachsten Fall lediglich aus lockerem Kauen oder Tappen auf dem FreeBite besteht.

Mit der besonderen Form des FreeBite medium/high kommt außerdem ein weiterer Faktor hinzu: die Form soll sicherstellen, dass darauf zuerst die hinteren Backenzähne kontaktieren. Damit man dies auch spürt, ist die Hülle der FreeBites (vor allem in der „solid“-Variante) etwas fester, als man dies von Kissen aus dünnen Folien kennt. Dadurch entsteht ein Muskelreflex, der den Trainingseffekt unterstützt. Da jeder Mensch eine andere Zahnbogenform hat, wären allerdings eine unüberschaubare Kombination aus Längen und Breiten für den FreeBite erforderlich. Daher wurde ein anderer Weg gewählt: Der FreeBite medium/high ist — anders als der FreeBite classic und andere konventionelle Bisskissen — nicht auf den Zähnen verankert, sondern liegt verschiebbar zwischen den Zähnen, sodass man ihn ganz einfach so positionieren kann, dass die hinteren Zähne darauf kontaktieren.

Während der ersten Therapiephase „kauen“ sich FreeBites ein und werden mit der Zeit anschmiegsamer. In der zweiten Phase hat man sich an sein FreeBite gewöhnt, empfindet es nicht mehr als Fremdkörper und hat auch keinerlei Bedürfnis mehr, mit den Zähnen auf das Kissen zu pressen. Jetzt kann es auch über längere Zeiträume hinweg getragen werden, bei Bedarf auch während der Nachtruhe.


Woher weiß ich, ob der FreeBite für mich richtig ist?

Es müssen Seitenzähne vorhanden sein, auf denen der FreeBite aufliegen kann. Der FreeBite kann keinen Ausgleich erzielen, wenn z. B. auf einer Seite die Backenzähne fehlen. Wenn es sowieso schon schwierig für Sie ist, Ihre Lippen zu schließen, ist es möglich, dass die zusätzliche Höhe durch den FreeBite den Lippenschluss noch mehr erschwert. Wenn Sie auf den vorderen Zähnen im Biss keinen Kontakt haben, sondern nur auf den hinteren Zähnen aufkommen, kann die Keilform des FreeBite medium/high als störend empfunden werden, besonders in der solid/gel Variante. Sollten Sie ein starker Presser oder Knirscher sein, kann der FreeBite schneller kaputt gehen. Bei einem gestörten Schluck- oder Würgereflex ist der FreeBite generell nicht empfehlenswert. 


Welchen FreeBite soll ich nun wählen?

Mit 100-prozentiger Sicherheit kann man das im Vorfeld nicht voraussagen. Es passt auch nicht ein Schuh auf jeden Fuß – hier ist es nicht anders! Jedoch ist
für die meisten CMD-Patienten erfahrungsgemäß der FreeBite medium in der soft/air Variante die beste Wahl. Wer deutlich mehr Höhe und Federweg sucht, wählt den FreeBite high. Wer damit nicht richtig klar kommt, sehnt sich vielleicht nach einer festeren Abstützung auf einer gel/solid Variante. Wer das Kissen gerne im Unter- oder Oberkiefer verankern möchte, kann den FreeBite classic ausprobieren. Ausführlichere Informationen zur Auswahl gibt es hier.


Ich komme mit dem FreeBite nicht zurecht, was soll ich tun?

Der FreeBite medium/high dient zunächst der Bewegungstherapie, insofern ist dieser nicht mit herkömmlichen Kissen vergleichbar. Wir empfehlen, mit Tragezeiten von 5-10 Minuten zu beginnen, dabei lockere Kaubewegungen auszuführen und zwischendurch den Mund immer wieder auch weit zu öffnen. Das lockert die Kaumuskeln erwiesenermaßen. Probleme gibt es, wenn man auf den FreeBite presst. Der Reflex zum Pressen wird durch die zunächst ungewohnte Abstützung auf den hinteren Zähnen ausgelöst, die aber gleichzeitig die Kiefergelenke entlastet. Daher sollte man längere Tragezeiten erst dann versuchen, wenn das Bedürfnis zu pressen verschwunden ist und man sich an den FreeBite gewöhnt hat. Sollte sich das Bedürfnis, mit den Zähnen auf dem FreeBite zu pressen, dennoch nicht nach ein paar Tagen gelegt haben, so ist es meist besser, auf eine niedrigere und ggf. luftgefüllte (air) und weichere (soft) Variante oder auf ein anderes Bisskissen umzusteigen. Auch an den FreeBite classic muss sich womöglich der ein oder andere Patient anfangs erst einmal gewöhnen, indem mit kürzeren Tragezeiten begonnen und diese dann nach und nach schrittweise ausgedehnt wird. Speziell wenn man weichere Bisskissen gewohnt ist, mag anfänglich der Kontakt auf der deutlich stabileren Hülle des FreeBites, besonders in der „solid“ Version, etwas fester erscheinen. Jedoch wird das Hüllenmaterial im Lauf der Zeit anschmiegsamer, da sich die Zähne etwas in die Hülle einformen und diese im Bereich der Kontaktstellen elastischer wird. 


Wie belastbar sind FreeBites?

FreeBites haben keine Schweißnaht, die aufgehen kann. Die Linie, die man an der Seite sieht, entsteht durch die teilbaren Formhälften, ist aber keine Naht. Scharfe Kanten an Kronen oder Prothesen können jedoch seine Hülle durchtrennen. Auch kann ein FreeBite versagen, wenn er einem Druck ausgesetzt wird, für den seine Hülle nicht konzipiert ist. Wie viel Druck die Hülle aushält, hängt auch davon ab, wie stark sie ausgeformt wird. Der FreeBite
high ist deutlich mehr ausgeformt, als der FreeBite medium und classic, wodurch die Belastungsgrenze hier etwas niedriger liegt. Im Durchschnitt hält ein FreeBite erfahrungsgemäß 3-4 Wochen, manchmal auch durchaus länger oder auch kürzer, je nach Variante und der Intensität des Gebrauches. Die Gefahr eines vorzeitigen Defektes besteht besonders dann, wenn der FreeBite sofort durch die Nacht getragen wird, aufgrund der mangelnden Kontrolle über die ausgeübte Kraft. Wir empfehlen daher, sich zunächst tagsüber an den FreeBite zu gewöhnen, bis er auch über mehrere Stunden getragen werden kann, ohne dass darauf gepresst wird, bevor er auch nachts zum Einsatz kommt.


Ich habe meinen FreeBite kaputt gebissen – was nun?

Liegt die Leckstelle oben oder unten auf der Hülle, so wurde sie durch eine scharfe Kante durchtrennt. Liegt die Leckstelle jedoch vorn in einer der beiden Hohlkehlen, so hat der FreeBite möglicherweise seine Lebensdauer erschöpft, oder es handelt sich um einen Ausreißer beim Verschließen des FreeBites. Letzteres kann vor allem der Fall sein, wenn der FreeBite schon nach dem ersten Einsatz ohne viel Kraftausübung defekt ist. Der Hersteller kann das genau erkennen und ein fehlerhafter FreeBite wird ohne viel Aufhebens ersetzt, sofern er nicht zu alt ist. Beachten Sie jedoch bitte, dass auch FreeBites nicht unbegrenzt belastbar sind und dass sie grundsätzlich
keine Endlösung für ein CMD-Problem darstellen, sondern vorrangig dabei helfen, die Ursachen der CMD zu finden, die dann beseitigt werden sollten.


Setzt der FreeBite chemische Substanzen frei, enthält er BPA, Weichmacher, Phthalate oder ähnliches?

Nein. Die Hülle besteht aus einem einzigen Material, EVA, einem Co-Polymer aus Ethylen und Vinylacetat (auch Vinylkautschuk genannt). Anders als die Vinylverbindung im spröden PVC, das ohne Weichmacher praktisch nicht zu gebrauchen ist, ist Vinylkautschuk von sich aus weich wie Gummi. Erkennbar ist das auch an der Tatsache, dass die Hülle von FreeBites im Lauf der Zeit nicht versprödet, wie dies bei Kunststoffen üblich ist, die Weichmacher enthalten, sondern FreeBites werden mit ihrem Gebrauch im Lauf der Zeit sogar weicher! EVA wird bei mehreren Medizinprodukten eingesetzt, z.B. bei der Herstellung von Infusionsbeuteln, Sportmundschutzen oder elastischen Bissschienen, und gilt als gesundheitlich völlig unbedenklich. Die
Füllung der gel-Varianten enthält destilliertes Wasser und Glycerin, das als Lebensmittelzusatzstoff auch unter der Ziffer E 422 zugelassen ist, und ebenfalls als gesundheitlich unbedenklich gilt.


Kann man den FreeBite medium/high irgendwie im Mund fixieren?

Ja, allerdings nicht als Hobbybastler, denn das Material, aus dem die Hülle besteht, ist identisch mit solchen, aus denen man Softschienen tiefzieht (z. B. Bioplast® der Firma Scheu Dental). Man kann es sehr gut mit sich selbst verschweißen, solange die Oberfläche sauber ist. So könnte man im zahntechnischen Labor z. B. eine Softschiene tiefziehen, deren Oberfläche anschmelzen und dann mit einem FreeBite verschweißen. Am besten macht man das auf Modellen, die in einem Artikulator eingestellt sind.

Allerdings ist die frei verschiebbare Auflage vom FreeBite medium/high gerade der Trick bei der Sache: man kann sie so zurecht schieben, dass man mit den hinteren Zähnen gleichmäßig darauf aufkommt, solange die Zahnbögen nicht radikal asymmetrisch geformt sind. So kann die Kaumuskulatur meist am besten entspannen.

Auch braucht man keine Sorge haben, FreeBites zu verschlucken, weil sie nicht fixiert sind. Dafür sind sie zu groß und sie können sich nicht falten.


Was ist die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)?

Die CMD wird noch immer häufig als Kiefergelenksdysfunktion verstanden. Man untersucht Kiefergelenke, stellt sie bildhaft mit Röntgenstrahlen oder Magnetresonanz dar und geht davon aus, die Ursache des Leidens gefunden zu haben, sobald man auf diese Weise fündig wird. Jedoch kommen Schmerzen nur relativ selten tatsächlich aus den Kiefergelenken, sondern meist von Muskeln. Gelegentlich werden sie auch von myofaszialen Triggerpunkten in die Region von Kiefergelenken übertragen, was die Diagnose der Schmerzquelle dann weiter erschwert.

In der Zahnmedizin weiß man zwar um chronische Muskelverspannungen, hat aber meist keine Möglichkeit, um diese zu quantifizieren oder zu therapieren. Stattdessen herrscht ein Verständnis der Kieferbewegung vor, bei dem man davon ausgeht, dass sich Kiefergelenke um eine Achse drehen, wie dies bei zahntechnischen Artikulatoren der Fall ist. Der Zahnarzt versucht dann den Unterkiefer seines Patienten in ähnlicher Weise zu bewegen, wie er dies von seinem Artikulator gewohnt ist. Wie locker oder verspannt darauf die Kaumuskulatur seines Patienten reagiert, lässt sich dabei nicht zuverlässig feststellen.

Jedoch bewirken Verspannungen in Muskeln immer eine höhere Krafteinleitung auf die Knochen, an denen sie ansetzen und damit in der Regel auch eine Kompression der Gelenke, die sie bewegen. Chronisch verspannte Kaumuskeln bewirken so oft die chronische Kompression von Kiefergelenken. Über Jahre hinweg bleiben diese oft unbemerkt und wenn dann Zeichen degenerativer Veränderungen auf einer Aufnahme erkennbar werden, so hat man damit in aller Regel nicht das Problem selbst, sondern seine Auswirkung gefunden. In Wirklichkeit stellt sich die Frage, was der Grund für die chronische Verspannung der Kaumuskeln ist.


Wie kam es zum FreeBite?

Der Erfinder, Rainer Schöttl, D.D.S.(USA), ist Zahnarzt in dritter Generation. Während seines Studiums in den USA lernte er eine neue Sichtweise der CMD kennen, bei der Muskeln die Hauptrolle spielten, und nicht, wie gewohnt, die Kiefergelenke. Dazu gehörte auch die routinemäßige Therapie von chronisch verspannten Kaumuskeln in der Zahnarztpraxis. Nach seiner Rückkehr in die väterliche Praxis spezialisierte er sich daher mehr und mehr auf die Behandlung der CMD.

In den späten 80er Jahren lernte er den Aqualizer und seine Erfinder kennen. Schnell war ihm klar, dass es sich bei solchen Bisskissen um ein extrem wertvolles Hilfsmittel handelte, dessen Wert noch nicht einmal die Erfinder selbst ganz verstanden hatten. Er regte daher die Anwendung solcher Bisskissen auch außerhalb der Zahnmedizin unter Ärzten, Osteopathen und Physiotherapeuten an, wie auch die Einrichtung eines Online-Shops, über den auch von der CMD Betroffene solche Bisskissen erstmals direkt beziehen konnten.

Bald wurde ihm auch klar, dass solche Bisskissen ein wertvolles Hilfsmittel für die Diagnose der CMD darstellten. Immer weiter waren die Meinungen unter den Zahnärzten dazu auseinander gedriftet und immer mehr hatten sich diese verfestigt – die Möglichkeit, dass sich die eigene Muskulatur von Patienten die bequemste Kieferstellung quasi selbst aussuchen konnte, während der Zahnarzt einfach beobachtete, ob sich deren Funktion auch unter objektiven Gesichtspunkten verbesserte, schien ihm dazu angetan, diese schier endlosen Streitereien innerhalb der Zahnmedizin zu Ende zu bringen. Wenn er heute die von ihm Anfang der 90er Jahren vorgeschlagene Beobachtung von Erstkontakten bei aufrechter Haltung nach Tragen eines Bisskissens in der Anleitung für Aqualizer aufgenommen sieht, so bestärkt ihn das in dieser Überzeugung.

Ähnlich, wie nicht ein Schuh für jeden Menschen und zu jedem Zweck gleichermaßen taugt, wurde jedoch im Lauf der Jahre immer deutlicher, dass sich mit dem Aqualizer alleine nicht jedermanns CMD optimal therapieren ließ.  Als er daher den Kieferorthopäden Dr. Sabbagh kennenlernte, regte er an, auch dessen Eigenentwicklung, den AquaSplint mini, zur Serienreife zu treiben. Vor etlichen Jahren flossen dann seine eigenen Erfahrungen, die er über 30 Jahre hinweg in der CMD-Therapie gesammelt hatte, in eine ganz neue Entwicklung ein: das FreeBite System.

FreeBites sind Teil eines umfassenden Therapiesystems für die CMD, das in seinem Buch „CMD: Kein Schicksal!“ für Therapeuten und interessierte Laien erklärt ist. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Lösung von chronischen Muskelverspannungen und zunehmend auch spezielle Übungen, die er speziell für CMD-Patienten entwickelt hat, um die Beweglichkeit des Unterkiefers auf schonende Weise zu regenerieren. Ein eigenes Buch dazu, „Erste Hilfe bei CMD“ ist 2020 als Taschenbuch erschienen.





© 2026 MediPlus GmbH   |   Datenschutzerklärung   |  Impressum